Auszeichnung im November
Reinhold-Schneider-Preis für Emi Miyoshi

Der wichtigste städtische Kulturpreis geht an die Tänzerin und Choreografin Emi Miyoshi. Sie erhält den mit 15.000 Euro dotierten Reinhold-Schneider-Preis.
Vermittlerin des Tanzes
Die in Japan geborene und in Freiburg lebende Tänzerin und Choreografin Emi Miyoshi war ab 2005 Mitglied der legendären Pretty Ugly Dance Company unter der Leitung von Amanda Miller. 2013 gründete sie das Shibui Kollektiv und produziert seitdem an der Schnittstelle zwischen Tanz, Musik und Bildender Kunst.
Miyoshi ist eine wichtige Vermittlerin des Tanzes: Sie leitet Workshops am Theater Freiburg oder an der Pädagogischen Hochschule mit professionellen Künstler*innen, mit an Parkinson erkrankten Menschen und mit Kindern.
Stadt vergibt zwei Stipendien
Das mit 6000 Euro dotierte Stipendium zum Reinhold-Schneider-Preis wird zu gleichen Teilen von je 3000 Euro vergeben – ein Teil geht an das Performancekollektiv Storytelling Engines mit den drei Schauspieler*innen Isabella Bartdorff, Tjadke Biallowons und Lucy Wirth. Das feministische Kollektiv zieht immer wieder ein großes diverses Publikum an. Neben Gastspielen an Freiburger Institutionen traten sie beispielsweise in den Münchner Kammerspielen und beim Comicfestival München auf.
Den zweiten Teil des Stipendiums erhält der seit 2009 in Freiburg lebende Regisseur und Produktionsleiter Sascha Flocken. In seinen Arbeiten setzt er sich mit gesellschaftlichen und politischen Themen auseinander und bringt dabei Kinder- und Jugendstoffe ebenso auf die Bühne wie Produktionen für Erwachsene. Er entwickelt Stücktexte selbst, bearbeitet Romanvorlagen oder klassische Dramen. Zudem ist Flocken als Produktionsleiter für das internationale Festival der Darstellenden Künste „Performing Democracy“ tätig.
Ehrenpreis für Gerd Heinz
Mit dem (undotierten) Ehrenpreis würdigt die Jury den renommierten Schauspieler und Regisseur Gerd Heinz. Der 1940 in Aachen geborene Heinz begann 1993 am Theater Freiburg als leitender Regisseur des Musiktheaters und Mitglied der Operndirektion.
1997 übernahm er die Leitung des Opernstudios an der Hochschule für Musik und baute das Institut für Musiktheater bis 2008 zu einem profilierten Ausbildungsort auf. Er setzte sich für die kulturpolitischen Entwicklungen und den Erhalt der vielfältigen Kulturlandschaft der Stadt Freiburg ein.
Jury aus elf Personen
Der Reinhold-Schneider-Preis ist der Kulturpreis der Stadt Freiburg. Er wird in Erinnerung an den Schriftsteller Reinhold Schneider (1903 - 1958) verliehen, der von 1938 bis zu seinem Tod im Jahr 1958 in Freiburg lebte. Er engagierte sich in seinen früheren literarischen Werken gegen Unterdrückung, Rassenwahn und falsch verstandene Religiosität. Im Nationalsozialismus wurden seine Bücher verboten, 1956 erhielt er den Friedenspreis des deutschen Buchhandels.
Die diesjährigen Preisträger*innen hat eine elfköpfige Jury aus Gemeinderatsmitgliedern und externen Fachleuten unter Vorsitz von Kulturbürgermeister Roland Meder ausgewählt.