Eine kommunale Positionierung gegen Gewalt ist ein wichtiger Schritt, um allen Menschen in und um Freiburg bestmögliche Sicherheit und Schutz zu bieten. Wirksamer Schutz gelingt aber nur, wenn viele Akteur*innen gemeinsam handeln. Sie schaffen dadurch sichere Strukturen und stärken vor allem Menschen, die besonders häufig von Gewalt betroffen sind – darunter Frauen und Mädchen, queere Menschen, Menschen mit Behinderung sowie Menschen mit Migrationsgeschichte. Daher hat Freiburg viele Anlaufstellen und Angebote, die sich gegen Gewalt engagieren. Diese Einrichtungen bieten Unterstützung, Beratung und Schutz für Bürger*innen, die von Gewalt betroffen sind oder sich davon bedroht fühlen.
Damit Prävention wirkt, ziehen möglichst viele Akteur*innen an einem Strang. Sie stärken Schutzräume und unterstützen besonders gefährdete Gruppen.
Grundlage dafür ist die Istanbul-Konvention. Sie ist ein Menschenrechtsabkommen und verpflichtet Staaten dazu, Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt vorzubeugen, Betroffene zu schützen und Täter*innen zur Verantwortung zu ziehen. Deutschland hat die Konvention 2018 unterschrieben. Der Freiburger Gemeinderat beschloss im Frühjahr 2025 einstimmig die Umsetzung folgender Gewaltschutzstrategie:
Aktionsplan zur Umsetzung der Istanbul-Konvention (2,861 MB) (nicht barrierefrei)
Schnelle Hilfe vor Ort
Zentrum für Notfall- und Rettungsmedizin
Das Zentrum für Notfall- und Rettungsmedizin ist eine zentrale medizinische Einrichtung des Universitätsklinikums Freiburg mit den Schwerpunkten klinische Akut- und Notfallmedizin, Rettungsmedizin sowie Forschung, Lehre und Ausbildung in der Notfallmedizin. Unabhängig davon gibt es die Notfallambulanzen der Augenklinik, Frauenklinik, Hals-, Nasen- und Ohrenklinik, Hautklinik, Kinderklinik sowie die Ambulanz für Kinder- und Jugendpsychiatrische Notfälle.
Unter der Nummer 0761 270 0 ist das Universitätsklinikum erreichbar. Bei akuten Notfällen ist der Rettungsdienst unter der 112 erreichbar.
Untersuchungsstelle für Gewaltbetroffene
In der Untersuchungsstelle für Gewaltbetroffene (USG) der Uniklinik findet eine gerichtsfeste Dokumentation von Verletzungen nach körperlicher Gewalt (z. B. häusliche Gewalt, sexualisierte Gewalt, Misshandlung) statt. Schwerpunkt ist die rechtssichere Dokumentation von äußerlich sichtbaren Gewaltfolgen am Körper.
Das Angebot soll Betroffenen eine objektive Sicherung von Verletzungsspuren nach höchstem fachlichem Standard bieten, ohne dass zuvor die Polizei oder andere Behörden eingeschaltet werden müssen. Das Sichern und Dokumentieren von körperlichen Verletzungsfolgen kann Betroffenen dabei helfen, sich über den für sie richtigen Weg klar zu werden und ohne Zeitdruck eine Entscheidung für oder gegen eine Strafanzeige zu treffen. Diese Dokumentation von Verletzungen ist für die Betroffenen kostenfrei.
Unter der Nummer 0761 270 81 88 9 ist eine telefonische Terminabsprache (Mo. - Fr., 8 - 16.30 Uhr, Feiertage ausgenommen) erforderlich.
24h-Rufbereitschaft nach einem sexuellen Übergriff
Frauenhorizonte e.V. steht im Akutfall nach einem sexuellen Übergriff rund um die Uhr für sofortige Hilfe zur Verfügung.
Unter der Nummer 0761 2858585 bietet die Fachberatungsstelle die Rufbereitschaft an.
Die Fachfrauen beraten und stabilisieren telefonisch und begleiten zu Untersuchungen in die Unifrauenklinik oder zur Anzeige zur Polizei. Sie sind parteilich an der Seite von Betroffenen, kennen die Wege und Abläufe und arbeiten professionell, ohne Kosten und sind jederzeit erreichbar.
Frauen- und Kinderschutzhaus
Das Frauen- und Kinderschutzhaus Freiburg bietet Schutz, Beratung und Hilfe für Frauen und ihre Kinder bei häuslicher Gewalt in Partnerschaft und Familie.
Unter der Nummer 0761 310 72 (Erreichbarkeit: Mo. 8 - 13 und 16 - 17 Uhr / Di. - Fr. 9 - 16 Uhr) ist das Frauen- und Kinderschutzhaus direkt zu erreichen. Außerhalb der Bürozeiten ist der Bereitschaftsdienst über die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 222 oder 0800 111 0 111 erreichbar.
Das Frauen- und Kinderschutzhaus unterstützt telefonisch mit einem ausführlichen Gespräch, persönlich in der Frauen-Beratungsstelle bei häuslicher Gewalt, mit der Aufnahme ins Frauenhaus oder der Weitervermittlung in andere Frauenhäuser.
Freie Frauenhausplätze sind auch unter frauenhaus-suche.de abrufbar.
Schnelle Hilfe am Telefon
Hilfetelefon für Frauen
Das Hilfetelefon ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die von Gewalt betroffen sind.
Unter der Nummer 116 016 und via Online-Beratung können sich Betroffene, aber auch Angehörige, Freunde sowie Fachkräfte anonym und kostenfrei beraten lassen.
- Qualifizierte Beraterinnen stehen den Anrufenden vertraulich zur Seite und vermitteln sie auf Wunsch an Unterstützungsangebote vor Ort.
- Bei Bedarf werden Dolmetscherinnen in 18 Sprachen zum Gespräch hinzugeschaltet.
Beratung in Gebärdensprache
Frauen mit Hör-Behinderung erleben mehr als dreimal so oft Gewalt wie andere Frauen. Diese Frauen brauchen besondere Hilfen. Deshalb gibt es die Beratung des Hilfetelefons auch in Deutscher Gebärdensprache. Und in Gebärden-Schriftsprache.
Beratung in Leichter Sprache
Am Hilfe-Telefon für Frauen gibt es auch Beratung in Leichter Sprache.
Hilfetelefon für Männer
Das Hilfetelefon ist ein bundesweites Beratungsangebot für Männer, die von Gewalt betroffen sind.
Unter der Nummer 0800 1239900 und via Chat-Beratung können sich Betroffene, aber auch Angehörige, Freunde sowie Fachkräfte anonym und kostenfrei beraten lassen.
Hilfetelefon für Kinder und Jugendliche
Die Nummer gegen Kummer, das Hilfetelefon für Kinder und Jugendliche, hilft Kindern und Jugendlichen bei allen Problemen, wie zum Beispiel: Stress mit Eltern, Freunden oder Mitschülern, Mobbing oder Abzocke im Internet oder in der Schule, Angst, Missbrauch, Essstörungen, Depression oder Sucht.
Unter der Nummer 116 111 und via Online-Beratung können sich Betroffene anonym und kostenfrei beraten lassen.

Simone Thomas
Frauenbeauftragte
Mit der Umsetzung der Istanbul-Konvention in Freiburg erfüllen wir nicht nur eine rechtlich verankerte kommunale Verantwortung. Wir gehen einen weiteren wichtigen Schritt Richtung Gleichstellung. Und Gleichstellung ist letztendlich der wirksamste Schutz gegen strukturelle Gewalt.