Pressemitteilung vom 22. Mai 2026

Erster Abschnitt des Radschnellwegs RS6 fertig

  • Grüne Markierungen weisen den Weg für den Radverkehr
  • Autos sind jetzt nur noch zu Gast

Wenn aus Planung Realität wird: Ende November 2025 wurde der Spatenstich für die Radschnellverbindung Freiburg – Waldkirch / Emmendingen (RS6) gefeiert. Jetzt sind die Bauarbeiten des ersten Teilstücks im Stadtteil Neuburg abgeschlossen. Auf rund 500 Metern kann man sich einen ersten Eindruck davon machen, was einen Radschnellweg im innerstädtischen Umfeld ausmacht. Einige Elemente gibt es in Freiburg bisher zum ersten Mal. Wer es nicht nur sehen, sondern auch verstehen will, findet im Folgenden die Erklärung, was alles neu ist.

Der Straßenabschnitt ist jetzt als Fahrradstraße (Zusatzschild „Kfz frei“) ausgewiesen und von nun an vorrangig für den Radverkehr da – Autos sind als „Gäste“ aber weiterhin zugelassen. Während die Stadtstraße bereits die 29. Fahrradstraße in Freiburg ist, fallen andere Elemente des Radschnellwegs mehr ins Auge. Nach jeder Einmündung sind grüne Radschnellwegpiktogramme angebracht. Zudem gibt es beidseitig eine grüne Begleitlinie, die in Zukunft bis nach Waldkirch und Emmendingen führt. Beide Markierungen machen den Radschnellweg als besondere Radverbindung sichtbar und helfen bei der Orientierung.

In der Stadtstraße fällt der gepflasterte Mittelstreifen auf. Diesen gibt es auf dem RS6 in Freiburg künftig in allen Abschnitten, in denen Linienbusse unterwegs sind. Mit der Pflasterung lösen die städtischen Verkehrsplaner einen grundsätzlichen Widerspruch auf. Eigentlich sollten Fahrradstraßen nicht zu breit sein, wenn dort auch Autos fahren dürfen. Breitere Straßen verführen dazu, dass Autofahrer*innen häufig zu schnell fahren und Radfahrende auch bei Gegenverkehr überholen. Aber in Abschnitten des RS6 müssen auch die Busse der Linie 27 flüssig durch die Straße kommen und sich ohne Probleme begegnen können. Damit kann auch der Radverkehr sicher und ohne Behinderung vorankommen. Dafür muss die Straße wiederum relativ breit sein. Die Lösung für dieses Problem ist ein gepflasterter Mittelstreifen, denn damit wirkt die Fahrbahn optisch enger –Busse können sich aber gefahrlos begegnen. Untersuchungen zeigen, dass Autofahrer*innen auf so gestalteten Straßen langsamer unterwegs sind und sie Radfahrende seltener und mit größerem Abstand überholen. Beides ist wichtig, damit sich die Radfahrenden, insbesondere auch die Kinder und Jugendlichen auf dem Weg zur Schule, auf dem RS6 sicher fühlen.

Die meisten Radunfälle auf Fahrradstraßen passieren an Kreuzungen. Damit das in Zukunft seltener vorkommt, gibt es auf dem RS6 ein weiteres wiederkehrendes Element: sogenannte Gehwegüberfahrten über einmündende Nebenstraßen. Dabei läuft der Gehweg in Höhe und Material entlang der Vorfahrtsstraße durch. Wer aus der Nebenstraße kommt, muss den Gehweg über eine Rampe queren. Das führt dazu, dass jede*r intuitiv versteht, wer Vorfahrt hat. Außerdem biegen Autofahrer*innen langsamer ab. Beides macht Kreuzungen sicherer für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen. Diese Kreuzungsgestaltung hat sich in unterschiedlichen Unfallstudien als sicherste Variante entlang bevorrechtigter Straßen erwiesen. Es gibt sie nun in der Stadtstraße an den Einmündungen der Ludwig-, Hochmeister-, Hansa- und Starkenstraße. Zudem haben Gehwegüberfahrten noch zwei gewollte Nebeneffekte: Wer zu Fuß entlang des RS6 unterwegs ist, hat Vorfahrt und barrierefreier ist es auch.

Den RS6 können Fußgänger*innen leichter queren als die bisherige Straße. Schon auf den jetzt fertiggestellten 500 Metern gibt es sechs barrierefreie Querungsstellen über den Radschnellweg. Dazu gehört zum Beispiel eine Mittelinsel am Stadtgarten und ein neuer Zebrastreifen auf Höhe der Starkenstraße. Dieser ermöglicht eine sichere Querung von oder zur barrierefrei ausgebauten Bushaltestelle „Starkenstraße“.

Nicht nur an Verkehrsteilnehmende wurde gedacht, sondern auch an die Klimaanpassung. Im ersten Teilstück gibt es jetzt vier neue Baumquartiere, die im Herbst bepflanzt werden. Außerdem wurden 200 Quadratmeter Fläche entsiegelt. Das Garten- und Tiefbauamt hat dabei bestehende Baumbeete gezielt vergrößert oder miteinander vernetzt. Beides sorgt dafür, dass mehr Regenwasser natürlich versickert und die Bäume es in den heißen Sommermonaten etwas leichter haben.

Weiter geht es mit den Bauarbeiten am RS6 in der zweiten Junihälfte, dann im Bereich westlich des Stadtgartens.

Veröffentlicht am 22. Mai 2026