Pressemitteilung vom 30. Juni 2026
Zum Schutz von Igeln und anderen Kleintieren: Nachtfahrverbot für Mähroboter geplant
Mit einem Mähroboter lässt sich ohne viel Arbeit der Rasen im Garten kurzhalten. Die praktischen Geräte haben aber auch unerwünschte Nebenwirkungen. Für Kleintiere, besonders für Igel, können Mähroboter gefährlich werden. Die gern gesehenen, stachligen Gartenmitbewohner streifen vor allem in der Dämmerung und im Dunkeln durchs Gras. Den Mähroboter über Nacht „arbeiten“ zu lassen, das kann im schlimmsten Fall Igelleben kosten. Gerade kleine Igel sind gefährdet. Dazu kommt, dass die Tiere bei Gefahr nicht wegrennen, sondern sich einrollen. Auch für andere Kleintiere wie Frösche und Kröten kann der automatische Rasenmäher zum Verhängnis werden. Die allermeisten Mähroboter haben keine Sensorik, die die Tiere zuverlässig erkennt.
Um Igel und andere nachtaktive Kleintiere zu schützen, plant die Stadt ein Nachtfahrverbot für Mähroboter per Allgemeinverfügung. Bundesweit haben mittlerweile mehrere Städte Nachtfahrverbote für Mähroboter über den Weg einer Allgemeinverfügung erlassen. Mehrere Fraktionen im Gemeinderat hatten beantragt, das Thema auf die Tagesordnung des Gemeinderats zu setzen. Die Verwaltung hat eine Drucksache erarbeitet, die sie am Montag, 6. Juli, im Haupt- und Finanzausschuss, am Dienstag, 7. Juli, im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz sowie am Dienstag, 14. Juli, im Gemeinderat vorstellen wird.
Igel sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. In den letzten 30 Jahren hat sich ihr Bestand fast halbiert. Seit 2024 steht der Igel auf der internationalen roten Liste, er gilt als „potenziell gefährdet“. Intensive Landwirtschaft und Insektensterben machen ihm das Leben auf dem Land zunehmend schwer. Ein Großteil der verbliebenen Igel-Populationen hat sich aufgrund dessen in die Städte und Dörfer verlagert. Gärten bieten Igeln, anders als Ackerland, oft gute Bedingungen. Ein nächtliches Fahrverbot für Mähroboter ist daher eine einfache Möglichkeit, die bedrohten Tiere im urbanen Bereich zu schützen. Das Verbot soll sich nach den Zeiten richten, in denen die Igel aktiv sind: eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang bis eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang in den Monaten März bis November. Auch andere nachtaktive Kleintiere und Amphibien profitieren, wenn ihnen bei ihren nächtlichen Streifzügen keine Mähroboter begegnen.
Wer darüber hinaus helfen möchte, dass sich Igel in Freiburg wohl fühlen, kann die Lebensraumvielfalt im eigenen Garten zum Beispiel mit artenreichen Wiesen, Totholzecken oder Laub- und Reisighaufen aufwerten. Igelfreund*innen können für kleine Durchlässe in Zäunen (mindestens 15 Zentimeter in Breite und Höhe) sorgen oder bestenfalls Zäune ganz durch Hecken aus heimischen Gehölzen ersetzen – damit die Tiere von Garten zu Garten wandern und Gefahren ausweichen können. Eine Beratung und Förderung für naturnähere Gärten – auch für Igel – bietet das Umweltschutzamt der Stadt über das Förderprogramm „Artenschutz in der Stadt“: www.freiburg.de/artenschutz-programm.