Für die Ernährungswende

Rahmenbedingungen schaffen

Die Stadt kann regionale Lebensmittelbetriebe unterstützen und geeignete Strukturen für die Ernährungswende fördern. Weil engagierte Großküchen einen entscheidenden Beitrag für die Wertschöpfungsketten und die Nachhaltigkeit in der Region leisten können, beteiligt sich die Stadt an Pilotvorhaben, die für andere als Vorbild dienen können.

Studien und Pilotprojekte

So regional ernährt sich Freiburg

Marktstand mit Gemüse und Einkaufenden

Eine von der Stadt beauftragte Studie zeigte 2016 bundesweit erstmalig für eine Kommune, wie viel Prozent der verbrauchten Lebensmittel regional, das heißt in diesem Fall im Regierungsbezirk Freiburg, erzeugt werden. Diese Studie zeigte das erhebliche Steigerungspotential und diente als Grundlage für das weitere Vorgehen der Stadt.

Das Forschungsinstitut FiBL ermittelte für das Freiburger Stadtgebiet damals, dass 20 Prozent des Lebensmittelbedarfs aus der Region, der Großteil aber aus dem globalen Markt gedeckt wird. Dabei schwanken die regionalen Anteile stark: bei Obst liegt er bei 8, bei Gemüse bei 13, bei Milch bei 70 und bei Rindfleisch bei 80 Prozent. 19 Wochenmärkte im Stadtgebiet sorgen für einen guten Zugang zu regionalen Produkten.

Handelsplattform Nearbuy

grüner und weißer Spargel am Markstand

Nearbuy ist eine digitalen Plattform für Erzeuger*innen, Verarbeiter*innen und Großabnehmer*innen, auf der regionale Lebensmittel gehandelt werden. So soll der Handel zwischen kleineren Produzent*innen und Großabnehmer*innen ermöglicht werden. Angestoßen wurde die Plattform 2021 beim Regio-Kantinengespräch von Ernährungsrat Freiburg und Region und der Bio-Musterregion Freiburg. Unter elf Anbieter*innen setzte sich die Firma Nearbuy durch, die in einem Pilotprojekt, finanziert von der Stadt und umgesetzt von der Bio-Musterregion und dem Bauernverband BLHV, 2023 ein digitales Schwarzes Brett für Angebote und Gesuche sowie eine Such- und Bestellfunktion entwickelte.

CO₂-Land für regionale Kompensationen

Traktor am Eggen auf Acker

CO₂-Erzeugung lässt sich nie ganz vermeiden. Damit Zertifikate zur Kompensation nicht auf dem globalen Markt beschafft werden müssen, unterstützte die Stadt von 2019 bis 2024 in einem Pilotprojekt den Aufbau des Vereins CO2-Land, der regional generierte Zertifikate anbietet. Durch eine humusfördernde Bodenbewirtschaftung wird der Kohlenstoffeintrag auf landwirtschaftlichen Flächen erhöht und die Bodengesundheit verbessert. Der durch Messungen ermittelte, gegenüber dem natürlichen Vorniveau zusätzliche gebundene Kohlenstoff wird den Betrieben vergütet.